Experten Blog

Lesen Sie hier neue Fachbeiträge von Prof. Keck und anderen ärztlichen Kollegen rund um die Themen Gynäkologie, Endokrinologie und Labormedizin – mit aktuellen Erkenntnissen aus der ärztlichen Praxis. Natürlich sind Sie auch herzlich eingeladen: Tauschen Sie sich mit uns aus, senden Sie uns Ihre Beiträge, Themen oder Kommentare!

 

 

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Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2018
  • Prof. Dr. med. Christoph Keck
  • 22.12.2017
  • Weihnachtsgrüße

Liebe Kolleginnen und Kollegen

liebe Besucher der Keck Media Website.

ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Die Keck Media UG wurde im Februar 2017 gegründet und bereits das erste Jahr unseres "Verlags-Daseins" war spannend und geprägt von zahlreichen Aktivitäten. So wurde das erste Buch des Verlages zum "Unerfüllten Kinderwunsch" veröffentlicht und inzwischen ist die erste Auflage nahezu vergriffen, so dass wir wohl bereits 2018 nachdrucken müssen.

Darüber hinaus fand die erste Fortbildung für Medizinische Fachangestellte am 25.11. in Hamburg statt. Aufgrund der großen Nachfrage sind bereits jetzt weitere Veranstaltungen am 20. Januar 2018 sowie am 05. Mai 2018 geplant.

Das Team der Keck Media UG wünscht Ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit

Ihr

Prof. Dr. C. Keck

Geschäftsführer Keck Media UG 

Vaginale Östrogengabe erhöhte das Krebsrisiko nicht
  • Prof. Dr. med. Christoph Keck
  • 19.12.2017
  • Studie

Für Frauen, die postmenopausal unter Scheidentrockenheit leiden, stellt die vaginale Östrogenbehandlung eine probate Therapie dar. Während die systemische Östrogenbehandlung immer wieder hinsichtlich des Karzinomrisikos kritisch hinterfragt wird, galt bislang die lokale Östrogenbehandlung als unkritisch.

Dies wird durch eine aktuelle amerikanische Studie bestätigt: Bei Frauen, die an der Women´s Health Initiative Observational Study teilgenommen haben, konnte bei lokaler Östrogenanwendung kein erhöhtes Risiko für Brust- sowie Darm- und Endometriumkarzinomen festgestellt werden. Ebenso war das Risiko für Schlaganfall, Lungen- und tiefen Venenthombosen im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht erhöht. Das Risiko für Herzerkrankungen und Knochenbrüche war bei den Östrogenanwenderinnen sogar niedriger.

Damit kann nun – auch aufgrund aktueller Daten – noch einmal Entwarnung gegeben werden und Frauen mit lokalen postmenopausalen Beschwerden können auch weiterhin von der vaginalen Östrogenanwendung profitieren.

Lit.: Menopause (2017) https://dx.doi.org/10.1097   

 

 

Volkskrankheit Endometriose – medikamentöse Behandlung
  • Prof. Dr. med. Christoph Keck
  • 18.12.2017
  • Studie

Man muss davon ausgehen, dass zwischen vier bis zwölf Prozent der Frauen im reproduktionsfähigen Alter an Endometriose leiden: In Deutschland gibt es jährlich ca. 40.000 Neuerkrankungen. 

Bei der Endometriose handelt es sich um die Absiedlung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Etwa 50 Prozent der Patientinnen sind symptomatisch und leiden unter Schmerzen bei der Periodenblutung bzw. beim Geschlechtsverkehr. Ebenso kann es zu Blutungsstörungen kommen. 

Die Laparoskopie stellt gleichermaßen den Goldstandard zur Diagnostik als auch zur Entfernung der Endometrioseherde dar. 

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten umfassen verschiedene Substanzgruppen

  • Nicht-steroidale Antiphlogistika
  • Orale Kontrazeptiva
  • Gestagene
  • GnRH-Agonisten

 Zu den bisher experimentellen Behandlungsmöglichkeiten gehört die Gabe von 

  • GnRH-Antagonisten
  • Anti-Progesteron
  • Aromatasehemmern
  • Selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulatoren
  • Selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulatoren

Betroffene Frauen sollten sich in einem entsprechenden Zentrum beraten und behandeln lassen, um durch gute Abstimmung der operativen bzw. konservativen Behandlungsmöglichkeiten eine optimale Therapie zu erhalten. 

 

 

"Meet the expert" in Hamburg
  • Prof. Dr. med. Christoph Keck
  • 29.11.2017
  • Veranstaltung

Am 25.11.2017 fand die Veranstaltung „Meet the expert“ der Keck Media UG in Hamburg statt. Etwa 50 Medizinische Fachangestellte informierten sich durch Fachbeiträge zu den Themen: 

  • Diagnostik und Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch
  • Update Kontrazeption

Im Anschluss an die Vorträge wurden anhand von Fallbeispielen aus der gynäkologischen Praxis typische Fragestellungen zu Hormonstörungen / Zyklusstörungen sowie zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Schilddrüsenunter- und -überfunktion erörtert.  Die Kooperationspartner (amedes, TEVA, Exeltis und Jenapharm) konnten ihre Produkte in einer kleinen Industrieausstellung präsentieren und zahlreiche Gespräche mit den interessierten Teilnehmerinnen der Fortbildung führen. Es haben sich bereits einige Teilnehmerinnen zur nächsten Veranstaltung am 20.01.2018 angemeldet. Dann soll es vor allem um Fragen zur Hormontherapie in den Wechseljahren bzw. zur Behandlung von Blutungsstörungen gehen.

Steigende Lebensqualität transsexueller Menschen
  • Prof. Dr. med. Christoph Keck
  • 24.11.2017
  • Studie

Auf dem 69. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie stellten Forscher des Uni-Klinikums Essen die Ergebnisse einer retrospektiven Befragung vor, mit der sie die Lebensqualität von 156 Mann-zu-Frau-transsexuellen Personen nach geschlechtsangleichender Operation erfasst haben. Alle Befragten hatten zwischen 1995 und 2015 eine geschlechtsangleichende Operation vornehmen lassen. Die Befragung fand durchschnittlich 6,6 Jahre nach dem Eingriff statt. Es zeigte sich bei den Befragten für alle erfassten Kategorien der Lebensqualität eine deutliche Verbesserung nach dem Eingriff. Insbesondere konnte die „körperliche Lebensqualität“ signifikant verbessert werden. Auch nach erfolgreicher Operation findet sich jedoch hinsichtlich der psychischen Lebensqualität für transsexuelle Menschen ein etwas schlechterer Wert im Vergleich zu nicht transsexuellen Menschen. Die Autoren empfehlen daher, auch nach der Operation eine entsprechende psychologische Begleitung der transsexuellen Menschen sicherzustellen. Quelle: aezrteblatt.de; Mittwoch, 15.11.2017

Schätzung der altersabhängigen Fruchtbarkeit von Frauen ab 40
  • Prof. Dr. med. Christoph Keck
  • 21.11.2017
  • Studie

Bei Frauen ist die Fertilität bekanntermaßen stark altersabhängig. So sinkt sowohl die natürliche Chance auf eine Empfängnis als auch die Erfolgsrate bei einer Kinderwunschbehandlung mit zunehmendem Alter. Zur Vorhersage der individuellen weiblichen Fertilität, unter anderem für die Beratung vor einer Kinderwunschtherapie, zur Fertilitätsprotektion oder die Fortführung kontrazeptiver Maßnahmen, fehlen aber nach wie vor valide Daten, berechnet auf der Grundlage eines einzelnen Zykluses mit dem Vorliegen einer (meist) einzelnen Eizelle. Dies wird in der nachfolgend zitierten Publikation von den Autoren als die „intrinsische“ Fertilität der Eizelle bezeichnet. In einer großen retrospektiven Studie wurden auf der Basis von ca. 14.000 Eizellen (nach Follikelpunktion ohne vorausgegangene ovarielle Stimulation im sogenannten „natürlichen“ Zyklus für eine IVF  oder ICSI-Therapie) die Schwangerschafts- und Geburtenrate nach dem resultierenden Embryotransfer berechnet. Bei Frauen < 42 Jahre lag die Lebendgeburtenrate pro Eizelle im Mittelwert aller Zyklen bei 18 Prozent, entsprechend einem ermittelten Bedarf von 5,5 Eizellen pro Geburt. Bei den Frauen < 35 Jahre zeigte sich eine Lebendgeburtenrate von 26 Prozent pro Eizelle, gut vereinbar mit der bekannten monatlichen Konzeptionsrate bei fertilen Paaren im jüngeren Alter. Mit 42 Jahren würden jedoch 22,7 Eizellen pro Geburt benötigt, entsprechend einer Lebendgeburtenrate pro Eizelle von nur noch 4 Prozent. Die Autoren überführten die Daten in eine logistische Regressionskurve, welche bis zum Alter von 34 Jahren eine vergleichsweise stabile Lebendgeburtenrate pro Eizelle ergibt, dann aber um ca. 10 Prozent pro Lebensjahr bis zum 43. Lebensjahr – mit einer dann noch über einige Jahre gleichbleibend niedrigen Fertilität von ca. 1 Prozent Lebendgeburtenrate pro Eizelle – abfällt. Die Daten ergänzen die Grundlagen unserer Beratung von Frauen zum Ausmaß und Startpunkt einer altersabhängigen Abnahme der Fertilität und zur – nach Aussage der Autoren – gegen Null tendierenden „intrinsischen“ Fertilität der Eizellen von Frauen ≥ 45 Jahre. Literatur: Silber et al. Intrinsic fertility of human oocytes. Fertil. Steril. 2017; 107: 1232-1237

Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft
  • Prof. Dr. med. Christoph Keck
  • 17.11.2017
  • Schwangerschaft

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist in der Schwangerschaft nicht unbedingt an klinischen Symptomen zu erkennen. Die Frage, ob in der Schwangerschaft ein generelles TSH-Screening empfohlen werden kann, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Die Leitlinie des American College of Obstetricians and Gynecologists von 2015 spricht sich beispielsweise gegen ein universelles TSH-Screening in der Schwangerschaft aus (ACOG 2015). Sie empfiehlt stattdessen, die Schilddrüsenparameter nur bei Schwangeren zu bestimmen, wenn diese eine bekannte Vorerkrankung der Schilddrüse, eine Struma oder aber Symptome einer Schilddrüsenfunktionsstörung aufweisen. Unklar ist dabei allerdings, inwieweit bei Schwangeren überhaupt eine vergleichbare Korrelation zwischen klinischen Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion und der tatsächlichen Schilddrüsenstoffwechsellage besteht sowie für nicht-schwangere Patientinnen belegt. Eine aktuelle niederländische Studie (Pop et al. 2017) untersuchte diese Frage an 2.198 Frauen, indem klinische Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion mittels Fragebogen erfasst und mit den gemessenen Schilddrüsenwerten in der 12. SSW korreliert wurden. Hierbei ließ sich keinerlei Korrelation zwischen geschilderten Beschwerden und der Schilddrüsenstoffwechsellage feststellen. Es muss also im klinischen Alltag damit gerechnet werden, dass sowohl bei euthyreoten Patientinnen in der Schwangerschaft vermehrt Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion geäußert werden sowie andersherum auch eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft klinisch symptomlos bleiben kann.

Da die Therapie mit Schilddrüsenhormonen in der Schwangerschaft vor allem der Gesundheit des ungeborenen Kindes dient, sollte aus unserer Sicht nach wie vor ein Schilddrüsenscreening bei Kinderwunsch und spätestens in der Frühschwangerschaft erfolgen, um eine klinisch unauffällige Schilddrüsenunterfunktion rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.



Literatur:


American College of Obstetricians and Gynecologists. Practice Bulletin No. 148: Thyroid disease in pregnancy. Obstet. Gynecol. 2015; 125: 996-1005
Pop VJ et al. Thyroid disease symptoms during early pregnancy do not identify women with thyroid hypofunction that should be treated. Clin. Endocrinol. (Oxf). 2017; Jul 26 [Epub ahead of print]

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